Rassestandard – Stand 2016

Aus dem Englischen übersetzt von Fabrizio


Generelle Beschreibung

Der Tamaskan ist ein großer Hund mit intelligentem Blick, er ist langgliedrig und wolfartig im Aussehen als Rückschluss auf seine Nordische Abstammung von Schlittenhunden. Er ist ein ausgeglichener Arbeitshund, schnell und leichtfüßig auf den Beinen und grazil in der Bewegung. Er hat ein dichtes Fell, stehende Ohren und einen buschigen, flaschenputzerhaften Schwanz.

Der Tamaskan steht gut über den Pfoten; sein Stand zeigt die Bereitschaft zur Aktivität und ergibt eine stolze Haltung mit aufrechtem Kopf und aufmerksamen Augen die Interesse und Neugier ausstrahlen. Sein charakteristischer Gang ist geschmeidig und mühelos, zeigt gute Reich- und Schrittweite. Er ist ein anpassungsfähiger Arbeiter, in der Lage als Schlittenhund, Service Dog oder Suchhund (unter Anderem) zu arbeiten. Er kann mit Leichtigkeit eine leichte Last mit moderater Geschwindigkeit über kurze Distanzen befördern.

Der Tamaskan ist intelligent und ein schneller Lerner, allerdings kann er eigenwillig sein. Er sollte als Arbeitstier gesehen werden das sowohl im Zuggeschirr sowie zuhause glücklich ist. Seine Proportionen, Form und Bewegung erinnern an die eines Wolfes: Balance aus Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer.

Männliche Tamaskane sollten sich leicht von weiblichen unterscheiden lassen.

Jegliche Charakteristika von Individuen, Temperament inkludiert, welche in die Erreichbarkeit dieses Inhalts eingreifen, sind als schwerwiegende Fehler zu sehen.


Größe, Proportionen, Substanz 

Der Tamaskan ist eine langsam heranreifende Rasse, er erreicht sein Erwachsenenalter mit drei bis vier Jahren.

Größe: Ideale Höhe an der Schulter:

• Rüden: 63,5 – 73,6cm (25 – 29 Zoll)

• Hündinnen: 61 – 71cm (24 – 27,9 Zoll)

Proportionen: Gemessen vom Ansatz der Schulter bis zum Ansatz des Gesäßes ist der Tamaskan etwas länger als hoch. Die Proportion von Höhe zu Länge des Körpers beträgt 9:10. Die Tiefe des Brustkorbs ist geringer als die halbe Höhe des Hundes an der Schulter, der tiefste Punkt liegt hierbei knapp hinter den Vorderbeinen. Tamaskane haben ein Minimum der Brustkorb-zu-Bein-Proportion von 6:7 (45% Tiefe der Brust, 55% Beinlänge).

Substanz: Die Substanz ist muskulös mit angemessenem Knochenbau und einem leicht ersichtlichen Geschlechtsdimorphismus. Der Tamaskan ist ein typischer Athlet in Anmut, Muskeltonus, Bewegung und Haltung. Der Körper trägt kein überschüssiges Gewicht und der Knochenbau ist in Proportion zur Größe. Fehler: Übermäßiges Gewicht, schlecht ausgeglichene Proportionen.


Kopf

Ausdruck: Der Ausdruck zeigt Aufmerksamkeit, Intelligenz, Wachsamkeit und Bestreben. Der Gesichtsausdruck des Tamaskan sollte intensiv und clever sein, eventuell sogar schelmisch. Geschlecht sollte unmissverständlich sein.

Augen: Die Augen sind mandelförmig und von mittlerer Größe mit schwarzer Pigmentierung um die Lider. Die Augen sind mäßig weit voneinander entfernt und sitzen leicht schräg im Schädel. An einem Hund mit richtigem Augentyp ist der Abstand zwischen dem Ohr und dem äußersten Punkt der Augen ungefähr eineinhalb mal so lang wie der Abstand zwischen den Augen. Die Lider schließen anliegend. Die Augenfarbe reicht von gelb über bernsteinfarben bis hin zu braun. Fehler: Augen die zu schräg oder zu eng aneinander sitzen. Augen die hervorstehen oder eingefallen sind. Hängende Augenlider. Blaue Augen sind ein Ausschlussgrund.

Ohren: Die Ohren sind vollständig aufgerichtet, dreieckig und leicht gerundet an den Spitzen. Sie sind von mittlerer Größer aber in Proportion mit dem Kopf, weit auseinander sitzend am Schädel und werden aufrecht und nach vorne gerichtet getragen. Bei voller Aufmerksamkeit sind sie komplett aufgerichtet. Die Basis der Ohren überschreitet nicht den Jochbogen. Bei erwachsenen Hunden sollten die Ohren innen dicht behaart sein. Fehler: Hängende Ohren sind ein Ausschlussgrund.

Schädel: Die Oberseite des Schädels ist flach. Die Länge ist größer als die Breite und sollte ein Verhältnis von 2:1 zeigen. Zwischen den Augen kann eine leichte Furche vorhanden sein. 

Von der Seite betrachtet formen die Oberseite vom Hinterhaupt und die Oberseite der Schnauze parallele Ebenen, unterteilt durch einen leichten bis mäßigen Stopp. Die Schnauze und das Hinterhaupt sind ähnlich lang und formen ein Verhältnis von 1:1.

Stopp: Der Stopp ist leicht bis mäßig. Kleiner Fehler: Ein ausgeprägter Stopp.

Schnauze: Die Schnauze verjüngt sich leicht und bildet einen stumpfen Keil vom Ansatz bis zur Nase. Sie ist an der Spitze gerundet. Der Nasenrücken ist gerade vom Stopp bis zur Spitze.

Nase: Die Nase sollte schwarz sein, wobei eine heller gefärbte ‚Snow Nose‘ im Winter akzeptiert wird. Die Nase sollte größer sein als die Augen. Die Nasenlöcher müssen offen sein. 

Lefzen: Die Lefzen sind schwarz und schließen eng, ohne dass man rosa Haut an der Außenseite sieht wenn das Maul geschlossen ist. Straffe Lefzen sind bevorzugt.

Zähne: Ein vollzähliges Gebiss aus 42 starken, weißen Zähnen das in einem Scherengebiss mündet an starken, symmetrischen Kiefern. Fehler: Über- oder Rückbiss.


Hals, Oberlinie, Körper

Hals: Der Hals ist kräftig, lang, leicht gebogen, muskulös und mit dichtem Fell versehen um einen schützenden Kragen zu bilden. Der Hals geht fließend in die Schultern über und wird stolz aufrecht getragen wenn der Hund steht. In der Bewegung im Trott wird der Hals ausgestreckt so dass der Kopf leicht nach vorne gehalten wird. Fehler: Die Masse des Kragens sollte nicht durch fehlerhafte Schulterposition gebildet werden.

Oberlinie: Der Rücken ist gerade, kräftig und eben ohne Anzeichen von Schwäche. Fehler: Abfallende Oberlinie, Karpfenrücken, Hohlkreuz, schwacher Rücken oder durchhängender Rücken.

Kruppe: Die Kruppe (Hüftknochen) sollte kurz, nicht breit und leicht abfallend sein. Die Kruppe fällt von der Wirbelsäule in einem Winkel ab, aber nie so steil dass sie den nach hinten gerichteten Antrieb der Hinterbeine beeinträchtigt. Fehler: Abfallende sowie flache Kruppe.

Brustkorb: Die Brust reicht bis zum oder nahe zum Ellenbogen. Der tiefste Punkt berührt dabei den Ellenbogen, geht aber nicht darüber hinaus. Die Rippen stehen gut von der Wirbelsäule ab, sind oval und werden flacher Richtung Ende um Raum für den Ellenbogen und effiziente Bewegung zu machen. Fehler: Schmaler oder tonnenförmiger Brustkorb, zu breiter Brustkorb.

Rippen: Die Rippen sind lang und weder tonnenförmig noch zu stark abgeflacht. Die Unterlinie zeigt einen leicht aufgezogenen Bauch in Proportion zur Größe der Rippen. Die Rippen sind leicht abgeflacht an der Seite um Raum für Bewegung zu schaffen. Fehler: Tonnenförmige Rippen, zu flache oder schwache Rippen.

Lende: Die Lende sollte nicht länger als 1/3 des Brustkorbs sein. Die Lende ist straff und schmal, schmaler als der Brustkorb und zeigt einen leicht aufgezogenen Bauch. Die Lende hat genug Länge um athletisch, aber noch immer in Proportion zu sein. Fehler: Eine Lende die den Rücken schwächen könnte.

Schwanz: Der Schwanz ist tief angesetzt, gerade und voll. Er kann aufrecht getragen werden bei Bewegung und Aufregung. In Ruhehaltung sollte er gerade nach unten gehalten werden. Der Schwanz sollte bis zu den Fersen gehen aber nicht darüber hinaus. Der Ansatz ist kräftig. Der Schwanz sollte eine schwarze Spitze haben, dicht behaart sein aber keine Federn zeigen. Fehler: Ein Schwanz der über den Rücken gerollt ist oder hoch angesetzt ist. Kleiner Fehler: Weiße Schwanzspitze. 


Vorderbeine

Schultern: Die Schulterblätter sind lang und liegen gut nach hinten. Sie sollten ungefähr bei 45° liegen. Die Schultern sollten muskulös und gut definiert sein. Der Oberarm ist in etwa so lang wie das Schulterblatt und setzt bei ungefähr 90° zu diesem an, während die Unterarme in etwa gerade nach unten gehen, im rechten Winkel zum Boden. Am Wichtigsten ist, dass die Vorderbein-Winkelung im Gleichgewicht zum Hinterende stehen soll. Eine 45°-Schulter sollte nicht einem ausgeglichenen Hund vorgezogen werden. Fehler: Gerade Schultern.

Vorderbeine: Stehend und von vorne betrachtet sind die Beine eng stehend, parallel und gerade, mit den Ellbogen nahe beim Körper und weder nach innen noch nach außen gedreht. Knochenstruktur ist substanziell aber nie massiv. Die Länge der Beine vom Ellbogen zum Boden ist mindestens 55% verglichen mit der Tiefe der Brust: Der Abstand vom Ellbogen zur Oberkante der Schultern. Die Beine sind gerade und kräftig. Knochenbau ist kräftig, eher oval als rund. Fehler: Zu breit in der Front, Mangel an Winkelung, Ellbogen nach innen oder außen gedreht, massiger Knochenbau, zu leichter Knochenbau, niedrige Schultern.

Handgelenk: Das Handgelenk/die Hand ist mittellang und leicht schräg von der Seite gesehen. Das Gelenk sollte stark aber flexibel sein. Daumenkrallen können entfernt werden, es ist aber keine Anforderung (Anmerkung: Das Entfernen von Daumenkrallen ohne medizinischem Grund ist in Österreich verboten). Fehler: Schwache Gelenke

Pfoten: Die Füße sind oval, kompakt und eng sitzend mit gut gewölbten Zehen. Die Ballen sind fest und widerstandsfähig, außerdem dicht behaart zwischen den Zehen und Ballen. Die vorderen Füße drehen sich leicht nach außen wenn der Hund steht. Die nach außen gedrehten Füße müssen einher gehen mit gut sitzenden Schultern, Vorderbeinen und flexiblen Handgelenken. Nach außen gedrehte Füße dürfen kein Resultat von Fehlernährung oder nach innen/außen gedrehten Ellbogen sein. Der Hund kann eine leichte Hasenpfote haben (Anmerkung: längere Zehen, größerer Abstand zwischen Zehen- und Pfotenballen). Fehler: Katzenpfote, weiche oder gespreizte Zehen, zu kleine oder fein gebaute Pfoten, nach innen geneigte Zehen, Spreizfüße oder flache Füße. 


Hinterbeine

Hinterbeine: Im Stehen ist die Breite der Hinterbeine gleich der Breite der Vorderbeine an den Schultern. Die Winkelung der Pelvis und des Oberschenkels gleicht die Winkelung von Schulterblatt und Oberarm aus und formt ungefähr einen rechten Winkel. In der Bewegung und während der Beschleunigung beginnt der Tamaskan vorne und hinten zu ’single-tracken‘ (Anmerkung: Füße werden in einer Linie unter dem Körper aufgesetzt). Dieses ’single-tracken‘ sollte nicht als Fehler der Hinterhand gesehen werden. Fehler: Schlechte Unterschenkel, Mangel an Winkelung.

Knie/Unterschenkel: Das Kniegelenk ist klar definiert und die Fußgelenke sind mäßig gebogen und flexibel. Die Füße sind mittellang. Im Stehen sind die Hinterfüße rechtwinkelig zum Boden und parallel zueinander von hinten gesehen. In der Bewegung sollte der Hund gutes Nachgreifen der Hinterhand haben um die Reichweite des Vorderkörpers auszugleichen. Wolfskrallen sollten entfernt werden (Anmerkung: Wie bei Daumenkrallen ist das Entfernen ohne medizinischen Grund in Österreich verboten). Jedoch ist deren Anwesenheit nicht als Fehler zu werten sofern der Hund aus einem Land stammt in dem das Entfernen illegal ist. Die Hinterfüße zeigen gerade nach vorne. Fehler: Gerade Unterschenkel, instabile Sprunggelenke (slipped hocks), zu schmal oder zu breit gebaut.


Fell

Fell: Die Textur des Deckhaares ist mittelhart, gerade, wetterfest und mittellang. Die Unterwolle variiert in Dichte je nach Klima oder Jahreszeit und ist weich. Das Fell ist kurz und glatt an Kopf, Ohren, der Vorderseite der Vorderbeine und den Füßen. Es gibt einen mittelstarken Kragen, welcher bei Rüden stärker ausgeprägt ist als bei Hündinnen. Das Fell sollte zum Körper passen ohne stark abzustehen oder nach unten zu hängen. Der Tamaskan muss in seiner natürlichen Erscheinung gezeigt werden (Anmerkung: Dies bezieht sich auf Hundeshows; in den USA ist der Tamaskan schon bei diversen Veranstaltungen offiziell eingetragen, in Deutschland auch). Fehler: Langes Fell, zu hartes oder seidiges Fell, ganz kurzes Fell, struppiges Fell.

Farbe: Akzeptierte Farben inkludieren Rotgrau, Wolfsgrau und Schwarzgrau (‚Seal‘). Ausschließende Fehler: Piebald (weiß gescheckt), Reinweiß, Reinschwarz, Leberfarbe, Kein Agouti (Anmerkung: Viele der ‚Fehler‘ werden noch überarbeitet, da diverse Farben als ‚Schwarzgrau‘ gezählt werden können und für die Zucht ein allgemein ausgeglichener Hund vorgezogen wird, selbst wenn eine Fehlfarbe vorhanden ist. Bei Piebald entscheidet die Präsenz von Weiß und ihre Ausprägung; je weniger desto eher kommen die Hunde in die Zucht). 

Maske: Eine Gesichtsmaske wird gefordert und drei Typen von Masken sind zugelassen: eine volle Maske, eine mittelstarke Maske und eine minimale Maske. Die Maske sollte hierbei die Nase in jedem Fall erreichen. Fehler: Weiße Abzeichen im Gesicht, unvollständige Maske.


Bewegung

Gangbild: Der Tamaskan hat einen geschmeidigen, freien und mühelosen Gang. Er zeigt große Beweglichkeit und einen ausgeglichenen, weitreichenden Schritt. Er sollte weitreichend mit den Vorderbeinen steigen, und die Hinterbeine gut nachziehen. Vorder- und Hinterbeine bewegen sich gerade und parallel mit der Mittellinie des Körpers. Bei steigender Geschwindigkeit nähern sich Vorder- und Hinterbeine der Mittellinie an während der Rücken straff und eben bleibt. Während die Pfoten sich der Mittellinie annähern, werden die Vorder- und Hinterbeine gerade gehalten und die Ellbogen und Fußgelenke drehen sich weder aus noch ein. Single-tracking ist sehr wünschenswert. In der Bewegung wird der Kopf nach vorne gehalten. Fehler: Kurze, tanzende, ungeschickte, eingeschränkte oder abgehakte Schritte, schwere oder rollende Schritte, überkreuzen oder seitliches übersteigen, Stelzgang oder jede Form von Schritt die nicht komplett effizient und mühelos ist. 


Temperament

Der Tamaskan ist ein intelligenter, aufmerksamer, aktiver Hund mit einer freundlichen und offenen Grundeinstellung; er ist gutherzig und nur selten streitsuchend. Er kann sensibel zurückhaltend bei ersten Treffen sein aber ist leicht für sich zu gewinnen. Einige können eigenständig sein. Der Tamaskan zeigt nicht die besitzergreifenden Eigenschaften des Wachhundes, er ist nicht aggressiv mit anderen Hunden. Ein gewisses Maß an Zurückhaltung und Erhabenheit kann man in erwachsenen Tieren erwarten. Seine Intelligenz, Trainierbarkeit und eifrige Einstellung machen ihn zu einem stimmigen Gefährten und bereitwilligen Arbeiter. Fehler: Jegliches Zeichen von Scheue, Furcht oder verdächtigem Temperament muss als schwerwiegend gewertet werden.


Zusammenfassung

Der Tamaskan hat eine wölfische Erscheinung, ausgeglichene Proportionen, gutes Temperament und mäßigen Knochenbau, ist langgliedrig und besitzt Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit, ein dicht behaartes Agouti-Fell, wölfischen Kopf und Ohren, geraden Schwanz und große Erscheinung. Fehler: Um festzulegen ob ein Fehler gering, ernst oder massiv zu bewerten ist, sollten diese zwei Faktoren als Richtlinie genommen werden: 1.) Wie weit weicht er vom Standard ab und 2.) Wie weit schränkt dieser Fehler die Arbeitsfähigkeit des Hundes ein. Ausschlussgründe inkludieren blaue Augen, hängende Ohren bei Hunden über zwölf Monaten, Aggression, doppelt gerollte Ruten und Rüden ohne beidseitig abgesenkte Hoden. 

(Ich bitte, diverse Unklarheiten zu verzeihen und stehe natürlich für alle Fragen zur Verfügung sowie Rede und Antwort. Der Standard ist noch immer einem Wandel unterzogen, aufgrund von Kritikpunkten und Verbesserungsvorschlägen von erfahrenen Züchtern und Richtern. Da ich selbst den Standard frei aus dem Englischen übersetzt habe, kann es sein dass diverse Begriffe im Deutschen anders verwendet werden; hierbei freue ich mich natürlich über jeden Input! – Fabrizio)