Outcross – Was ist das?

Als Outcrossing bezeichnet man eine Kreuzung eines Tamaskan (in diesem Fall) mit einem nicht-Tamaskan, also einem Hund einer anderen Rasse oder Rassekombination. 

Aber wozu das Ganze?

Der Sinn dahinter ist, dass man Merkmale in die Rasse einbringt die man für gut befunden hat (z.B.: Ohrenform, Körperbau, Arbeitswille, Felltypus etc.) und gleichzeitig die genetische Diversität innerhalb der Rasse erhöht. Im Idealfall haben Welpen einer Outcross-Verpaarung einen Inzuchtkoeffizient (Englisch: COI/Coefficient of Inbreeding; kurz gesagt: wie nahe sie verwandt sind bzw. wie wahrscheinlich es ist, dass sie auf beiden Elternseiten Gene der selben Vorfahren erben) von 0%, sind also komplett ‚heterozygot‘, also quasi ‚mischerbig‘. Das heißt, dass man neue Merkmale und höhere Fitness durch so eine Verpaarung bekommen kann, auch wenn die Nachkommen der ersten Generation (je nachdem, welche Rasse/Mischung als Outcross verwendet wurde) eventuell nicht zu 100% dem Idealbild eines Tamaskans entsprechen müssen. 

Ylvi (Husky/Schäferhund-Mix -Outcross im TDR; Österreich)

Wer entscheidet darüber?

Welche Hunde als Outcross in Frage kommen entscheidet das Committee of Breeders (Züchterkommitee) des Tamaskan Dog Register. Hierbei wird jeder Hund, der als potenzieller Outcross eingereicht wird, vom Kommitee besprochen und neben den Gesundheitsauflagen, die für Tamaskane in der Zucht gelten, werden noch zusätzliche Tests angefordert, je nachdem welche Krankheiten erblich innerhalb der Ausgangsrassen des Outcrosses vorkommen können. Das bedeutet zum Beispiel beim Siberian Husky (und dessen Kreuzungen) eine Gonioskopie zusätzlich zur regulären Augenuntersuchung von einem Spezialisten oder beim Deutschen Schäferhund (und dessen Kreuzungen) zusätzliche Untersuchungen des Herzens. All dies ist notwendig um sicherzustellen, dass keine neuen/unerwarteten Erb- und Rassekrankheiten in den Tamaskan eingebracht werden, um ihn auch weiterhin als gesunden Arbeitshund entwickeln zu können.

Minuit (Sir Minuit de Saint Denis, Groenendael – Outcross im TDR; Frankreich)

Wie kann ich einen Hund als Outcross einreichen?

Sofern Ihr einen Hund besitzt oder kennt, der eventuell Merkmale mitbringt die für den Tamaskan von Vorteil sein können oder allgemein die genetische Diversität erhöhen können, dann gibt es ein paar Voraussetzungen, damit ein solcher Hund überhaupt in Frage kommt:

  • Stammbaum mit mindestens drei Generationen (Großeltern) auf beiden Seiten
  • HD- und ED-Röntgenergebnisse von einer offiziellen Stelle beglaubigt (FCI, BVA, OFA)
  • Augenuntersuchung (ECVO) von einem zertifizierten Augenspezialisten
  • Test auf DM um zu beweisen, dass der Hund entweder frei oder nur Träger ist
  • Ein Schreiben das auflistet, welche Merkmale der Hund für den Tamaskan mitbringt, seine Fehler (nach Tamaskan-Standard) und im Optimalfall schon ein Plan für die Zucht
  • Aussagekräftige Fotos bzw. Videos von der Seite und von vorne, stehend sowie in Bewegung. Je mehr Bildmaterial als Information beigefügt wird, um den Hund zu bewerten, desto besser.

Das schaut jetzt natürlich nach sehr viel Aufwand aus, nur um einen Hund einzureichen, aber bis auf die Stammbauminformationen, die zwingend notwendig sind, kann man einen Hund auch vorab einreichen und nach Pre-Approval (also vorläufiger Zusage bis auf Widerruf) die Gesundheitsergebnisse nachbringen. Im Idealfall werden all diese Ergebnisse zeitgleich eingereicht, um die Abwicklung der Zusage zu erleichtern. Je nach Rasse und Vorgeschichte können noch andere Tests angefordert werden, bevor der Hund zur Zucht unter dem Tamaskan Dog Register zugelassen wird. 

Loar (Loargann Bleizi Asgard, Berger Blanc Suisse – Outcross im TDR; Frankreich)

Ich habe einen passenden Hund – wo schreibe ich hin?

Um einen Hund beim Tamaskan Dog Register vorzustellen, schickt Ihr am Besten eine E-Mail mit dem Bewerbungsschreiben und den Stammbauminformationen, sowie Fotos und Videos zur Bewertung der Struktur und des Gangbilds an:

cob@tamaskandogregister.com

Alle Mitglieder des Committee of Breeders erhalten somit die Benachrichtigung und Euer Hund wird bei der nächstmöglichen Sitzung besprochen. 

Welche Rassen kommen in Frage?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, aber ein paar gute Richtwerte sind bestimmt

  • Größe (ungefähr dem Standard vom Tamaskan entsprechend)
  • Körperbau (athletisch, langbeinig, muskulös etc.)
  • Kopfform (lange Schnauze, keine extreme Stirn etc.)
  • Temperament (freundliches Wesen, kein aggressives Verhalten oder extremer Wach- bzw. Schutztrieb)

Natürlich wird jeder Hund individuell UND seiner Rasse entsprechend gewertet. 

Bei Fragen zum Zuchtgeschehen, dem Outcross-Verfahren und allen damit verbundenen Zusammenhängen könnt Ihr Euch gerne bei Fabrizio, unserem Clubpräsidenten, melden. Er sitzt im Züchterkommitee und hat bisher schon bei der Einreichung und dem Anmelden einiger Outcross-Hunde beigetragen.